Kroatenwallfahrt nach Eisenstadt-Oberberg

„Gegen Isolation und Nationalismus“.

Einen Tag nach der Gründung der „Internationalen Vereinigung der Burgenlandkroaten – Hrvat S.A.M.“ fand am Sonntag, 7. Oktober 2018, die Kroatenwallfahrt nach Eisenstadt-Oberberg mit dem von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics zelebrierten Festgottesdienst als Höhepunkt statt – Unter den vielen PilgerInnen waren auch die kroatische Kulturministerin, ein Staatssekretär der kroatischen Regierung, die kroatische Botschafterin in Wien und zahlreiche weitere hochrangige TeilnehmerInnen.

 

Höchst prominent und hochrangig war die Pilgerschar bei der diesjährigen Kroatenwallfahrt am vergangenen Sonntag nach Eisenstadt-Oberberg besetzt. Mit Bischof Ägidius Zsifkovics als Hauptzelebrant konzelebrierten zahlreiche kroatische Priester und Franziskaner-Ordensbrüder den Festgottesdienst. Die kroatische Kulturministerin und Violinvirtuosin Nina Obuljen Koržinek in direkter Vertretung des kroatischen Premierministers Andrej Plenković, der kroatische Staatssekretär Zvonko Milas, die kroatische Abgeordnete im Europaparlament, Marijana Petir, die kroatische Botschafterin in Wien, Vesna Cvjetković, die Vizebürgermeisterin von Zagreb, Olivera Majić und der Provinzial der Franziskanerprovinz Bosna Srebrena (Sarajewo), Fra Jozo Marinčić nahmen an der Wallfahrt teil.

 

Stadt Zagreb ehrt Eisenstädter Bischof

Sie alle brachten ihren Respekt und ihre Unterstützungsbereitschaft für die von Bischof Zsifkovics initiierte und nun aus der Taufe gehobene Internationale Vereinigung der Burgenlandkroaten zum Ausdruck. Die Vizebürgermeisterin von Zagreb überreichte Bischof Zsifkovics zudem eine hohe Auszeichnung der kroatischen Hauptstadt. Die Ehrengäste kamen im Anschluss an die Wallfahrt zum gemeinsamen Austausch im Bischofshof zusammen.

 

„S.A.M.“: Solidarität, Authentizität, Mütterlichkeit

Einen Tag nach der feierlichen Gründung der „Internationalen Vereinigung der Burgenlandkroaten Hrvat S.A.M. (Slovačka-Austrija-Mađarska = Slowakei-Österreich-Ungarn)“ als großes europäisches Projekt einer länderübergreifenden Weiterentwicklung des Burgenlandkroatischen auf einem humanistisch-christlichen Fundament versuchte der Bischof im Rahmen der Wallfahrt, die Abkürzung S.A.M. programmatisch auszubuchstabieren: „S“ müsse dem Anspruch dieses Projekts als Solidarität, „A“ als Authentizität und „M“ als Mütterlichkeit gelesen werden, so der Bischof.

 

„Nicht Wasser predigen und Wein trinken“

Solidarität meine das „Band, das durch die Bereitschaft, für den Nächsten da zu sein und mit ihm zu teilen, gebildet und gefestigt wird. Authentizität bedeutet, dass wir als Christen nicht Wasser predigen und Wein trinken dürfen. Vielmehr gilt es, den Geist des Evangeliums, den Geist der Nächsten- und Gottesliebe in unserem Handeln konkret werden zu lassen. Und mit dem Begriff der Mütterlichkeit beziehe ich mich darauf, dass Menschen ein Grundbedürfnis nach mütterlicher Liebe, Wärme, Geborgenheit und Heimat haben“, erläuterte Bischof Zsifkovics in einer von der kroatischen Kulturministerin Koržinek und dem kroatischen Staatssekretär Milas mit Begeisterung aufgenommenen Predigt.

 

Zusammenarbeit statt nationalistische Isolation

„Die Gründung des neuen Burgenlandkroatischen Vereines ‚Hrvat S.A.M.’ geht ganz bewusst den Weg gegen den Egoismus, die Isolation und den Nationalismus und hin zur Gemeinschaft, zur Zusammenarbeit und Verbundenheit. Dieser Weg gibt uns Kraft, Hoffnung und neue Perspektiven“, betonte Bischof Zsifkovics beim Festgottesdienst, der auch von den Franziskaner-Ordensbrüdern mitgestaltet wurde. Mit dabei war auch der für burgenlandkroatische Agenden zuständige Bischofsvikar der Diözese Eisenstadt, P. Stefan Vukits. Für die musikalische Gestaltung der Festmesse sorgte die Tamburizza-Gruppe aus Steinbrunn und Kantor Stefan Bubich.

 

Zahlreiche PilgerInnen

Bereits vor der Festmesse fand um 8 Uhr eine Frühmesse mit Pfarrer Josef Kuzmits in der Propst- und Stadtpfarrkirche zu Mariä Heimsuchung statt. Um 14 Uhr wurde die Abschlussandacht mit Pfarrvikar David Grandits begangen. Der Organisator der Wallfahrt, Željko Odobašić, konnte sich über die große Zahl der Gläubigen freuen, die heuer an der Kroatenwallfahrt teilnahmen.

 

Rosenkranz: Sinnbild für ein Europa der Gleichberechtigung

Der Rosenkranz mit seinen kleinen und großen Perlen sei ein Symbol für die Verkettung und den Zusammenhang der – europäischen – Gemeinschaft, die nur dann funktionieren könne, wenn alle unabhängig ihrer Größe den Raum für gleichberechtigte Beteiligung, Selbstverwirklichung und Teilhabe erhalten: „Neben der eigenen Identität eines jeden Menschen braucht es immer auch die Bereitschaft zur Offenheit gegenüber anderen und Fremden. Die christliche Devise muss lauten: Das Eigene lieben und das Andere achten“, sagte Bischof Zsifkovics im Rahmen der Kroatenwallfahrt.

(Text und Fotos: www.martinus.at)

 

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